Qualifizierung Validierung Thermische Prozesse

Qualifizierung und Validierung thermischer Prozesse in der pharmazeutischen Industrie

Die Qualifizierung und Validierung thermischer Prozesse ist in der pharmazeutischen Industrie von entscheidender Bedeutung, um die Produktqualität und Patientensicherheit zu gewährleisten. Dieser Artikel beleuchtet die grundlegenden Aspekte der Validierung, ihre Bedeutung und die verschiedenen Arten von Validierungen, die in der Pharmabranche angewendet werden.

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Einführung in die Validierung

Was ist Validierung?

Gemäß GMP (Good Manufacturing Practice) und GDP (Good Distribution Practice) ist die Validierung ein dokumentierter und vorgeschriebener Prozess, der die vom Hersteller vorgesehenen Ergebnisse garantiert. Alle qualitätsrelevanten Prozesse müssen validiert werden. Die ersten Phasen der Validierung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

PhaseAktivität
Erste PhaseDefinieren der vorgesehenen Ergebnisse und Akzeptanzkriterien.
Zweite PhaseÜberprüfen und Dokumentieren, dass der Prozess das erwartete Ergebnis liefert (Festlegung einer Testmethodik).

Der dritte Teil besteht darin, die Kontinuität, Reproduzierbarkeit und Genauigkeit des validierten Prozesses zu gewährleisten. Dies wird häufig in Standard Operating Procedures (SOP) und Plänen für kontinuierliche Schulungen festgehalten. Dieser Prozess muss eingehalten werden.

Bedeutung der Validierung in der pharmazeutischen Industrie

Die Hersteller müssen ihre thermischen Prozesse sichern und kontrollieren, um die Sicherheit von Patienten und Verbrauchern zu gewährleisten. Schlechte Lagerbedingungen, fehlerhafte Geräte oder eine offen gelassene Tür können sich bei einem Audit oder einer Produkteinführung als nachteilig erweisen. All diese Elemente stellen auch ein erhebliches finanzielles Risiko dar, da der Verlust einer Charge, zum Beispiel in der pharmazeutischen Industrie, mehrere tausend Euro ausmachen kann. Die korrekte Validierung sichert somit die Einhaltung der Qualitätsstandards.

Arten der Validierung

Es gibt verschiedene Arten der Validierung. Die Erstellung einer User Requirement Specification (URS) ist ratsam.

Art der ValidierungFokus
ProzessvalidierungBestätigung der Reproduzierbarkeit und Konsistenz eines Prozesses
ReinigungvalidierungSicherstellung der Effektivität von Reinigungsverfahren zur Entfernung von Rückständen

Die Anlagenqualifizierung und die thermische Validierung werden detailliert betrachtet. Analytische Validierung bestätigt die Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Testmethoden.

Thermische Validierung

Definition der thermischen Validierung

Die thermische Validierung, oft auch als Temperatur-Mapping bekannt, ist ein essentieller Prozess in der pharmazeutischen Industrie. Dabei werden Messunsicherheiten und Temperaturschwankungen innerhalb einer definierten Umgebung identifiziert. Durch das Mapping wird die Temperatur an verschiedenen Punkten gemessen und dokumentiert, um ein umfassendes Bild der thermischen Verteilung zu erhalten. Der korrekte Einsatz der verwendeten Geräte ist sicherzustellen. Die Ergebnisse werden mit den vorher definierten Akzeptanzkriterien verglichen.

Relevanz der thermischen Validierung für Prozesse

Die thermische Validierung ist von höchster Relevanz, um die Produktqualität, Sicherheit und Integrität von pharmazeutischen Produkten zu gewährleisten. Besonders bei thermischen Prozessen wie der Sterilisation in Autoklaven ist die Kontrolle kritisch. Probleme wie nicht kondensierbare Gase, ineffiziente Wärmeübertragung oder überhitzter Dampf können die Sterilisation beeinträchtigen. Durch die thermische Validierung werden solche Risiken minimiert und die Einhaltung der Qualitätsstandards sichergestellt.

Methoden der thermischen Validierung

Die Methoden der thermischen Validierung umfassen die Überprüfung der korrekten Funktion von Autoklaven und anderen Anlagen gemäß internationalen Vorschriften und Richtlinien wie DIN EN 17665-1 oder ISO EN 15883. Zu den Prüfungen gehören die Zyklusoptimierung und die Ermittlung von Worst-Case-Belademustern. Die Auswertung der Mapping-Studie wird mit den Akzeptanzkriterien verglichen. Um einen Überblick über einige Aspekte der Prüfungen zu geben, dient folgende Tabelle:

ParameterAnwendungsbereich
F0Dampfsterilisation
A0Desinfektion

Die Analyse der durchschnittlichen Temperaturbedingungen und mittleren kinetischen Temperaturen (MKT) hilft, weniger offensichtliche Risiken zu erkennen.

Qualifizierung von Anlagen

Einführung in die Qualifizierung

Die Qualifizierung von Anlagen und Geräten ist ein entscheidender Schritt, um sicherzustellen, dass alle kritischen Anforderungen zur Wahrung der Produktqualität erfüllt sind. Die Qualifizierung umfasst eine Reihe von Prüfungen und Tests, die belegen, dass die Anlagen ordnungsgemäß funktionieren und qualitativ hochwertige Ergebnisse liefern, die dem definierten Zweck gemäß der User Requirement Specification (URS) entsprechen. Neben der Einhaltung von Vorschriften und Bestimmungen ist die Qualifizierung unerlässlich, um ein sicheres und wirksames Ergebnis für Patienten zu gewährleisten.

Prozess der Installationsqualifizierung (IQ)

Die Installationsqualifizierung (IQ) stellt sicher, dass die Anlagen, wie beispielsweise Autoklaven, korrekt installiert wurden. Dies beinhaltet die Überprüfung des Aufstellortes, der physischen Merkmale und der Vollständigkeit der Dokumentation, einschließlich Bedienungsanleitungen und Datenblätter. Die korrekte Identifizierung der Komponenten, die Überprüfung der Installation und der Kalibrierung der Messgeräte sind wesentliche Bestandteile der IQ. Jegliche Abweichungen von der URS sind zu dokumentieren und zu beheben. Die Kennzeichnung der Hauptkomponenten des Autoklaven muss geprüft werden.

Funktion der Betriebqualifizierung (OQ) und Leistungsqualifizierung (PQ)

Im Rahmen der Betriebqualifizierung (OQ) wird der Betrieb des Autoklaven und anderer Anlagen überprüft. Es wird sichergestellt, dass die Anlagen die definierten Anforderungen erfüllen und korrekt funktionieren. Dies beinhaltet Tests, Kalibrierungen und Simulationsversuche. Die Leistungsqualifizierung (PQ) testet den Sterilisationsprozess mit tatsächlichen Produkten. Die thermische Validierung und das Mapping mit qualifizierten Datenloggern und Sensoren spielen eine zentrale Rolle, um sicherzustellen, dass die Akzeptanzkriterien eingehalten werden. Auch der Betrieb bei Stromausfall wird getestet.

Mapping von thermischen Prozessen

Was ist Mapping?

Unter Temperatur-Mapping, auch bekannt als thermische Verteilung, versteht man den Prozess, der Messunsicherheiten und Schwankungen im Vergleich zu einer bekannten Einheit identifiziert, indem man die Temperatur an mehreren Stellen innerhalb einer Umgebung misst und dokumentiert. Das Mapping ist essentiell, um sicherzustellen, dass thermische Prozesse innerhalb der pharmazeutischen Industrie die geforderten Standards erfüllen und die Produktqualität gewährleistet ist.

Durchführung von Mappings

Die Sensoren werden installiert und konfiguriert, gut sichtbar markiert und an den jeweiligen Mapping-Punkten platziert. Führen Sie ein Mapping der leeren Räumlichkeiten durch. Führen Sie ein zweites Temperatur-Mapping während des normalen Betriebs mit voller Last durch. Um die richtigen Gegenstände zu finden, müssen Sie die Ausrüstung, wie z. B. Boxen, Fahrzeugflotten und Behälter, gruppieren. Der Mapping-Plan und das Protokoll beinhalten die Risikobewertung, auf deren Basis die Platzierung von Temperaturdatenloggern definiert und begründet wird. Die Akzeptanzkriterien müssen im Vorfeld definiert werden.

Wichtigkeit von Mapping in der Validierung

Das Temperatur-Mapping identifiziert die Bereiche, die innerhalb der zulässigen Parameter für die Lagerung Ihres Produkts liegen. Da diese Anlagen in einem Raum oder einer Umgebung mit kontrollierter Temperatur arbeiten, beschränken sich die Risiken auf die Verstopfung des Luftauslasses, einen Stromausfall, unsachgemäße Befüllung und das Öffnen der Tür. Eine Mapping-Studie wird übereinstimmend mit behördlichen Vorgaben und weltweit anerkannten Standards über einen vordefinierten Zeitraum durchgeführt. Somit ist das Mapping ein wichtiger Bestandteil der Validierung.

Effiziente Durchführung der Qualifizierung

Planung und Vorbereitung der Qualifizierung

Qualifizierung– und Validierungsaktivitäten sollten von entsprechend geschultem Personal durchgeführt werden. Die Anforderungen an Geräte, Bereiche, unterstützende Einrichtungen und Systeme sollten in der User Requirement Specification (URS) oder der funktionalen Spezifikation definiert werden. Die wesentlichen Qualitätsanforderungen sollten in dieser Phase definiert werden. Die Erstellung & Umsetzung maßgeschneiderter Protokolle beinhalten Leitlinien, Tests, Zuständigkeiten und die im Qualifizierungsprozess verwendeten Geräte.

Dokumentation und Nachverfolgbarkeit

Alle Dokumente, die während der Qualifizierung und Validierung erstellt werden, sollten von den zuständigen Mitarbeitern in Übereinstimmung mit dem pharmazeutischen Qualitätssystem genehmigt und autorisiert werden. Falls angemessen und gerechtfertigt, können die Überprüfung der Dokumentation und die Durchführung einiger Tests in der FAT-Phase oder in anderen Phasen durchgeführt werden, ohne dass sie in der IQ und OQ am Herstellungsort zu wiederholen, wenn nachgewiesen werden kann, dass Transport und Montage die geprüfte Funktionalität nicht beeinträchtigen. Die sorgfältige Dokumentation ist ein Muss.

Häufige Herausforderungen und Lösungen

Die Aufgabe von Ellab besteht darin, diese Situationen zu vermeiden und den Herstellern, aber auch den Verbrauchern und Patienten, mehr Sicherheit zu bieten. Die thermische Validierung und Qualifizierung ist ein kritischer Prozess in der pharmazeutischen Industrie, um die Produktqualität sicherzustellen. Eine sorgfältige Planung und Durchführung der Validierung sowie eine lückenlose Dokumentation sind unerlässlich, um die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben zu gewährleisten. Die Erstellung von Mappings ist ebenso wichtig.

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